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Wissenschaftliche Beweise zur vorchristlichen Verehrung Krishnas Die Garuda-Säule von Heliodorus
Ein detaillierter historischer Nachweis der vedischen Zivilisation fällt nicht leicht, da die vedische Kultur sich selbst nicht so hoch einschätzte, um darüber Geschichten zu schreiben. In seinem Buch 'Traditional India', schreibt O.L. Chavarria-Aguilar über die Inder: "Eine noch unhistorischere Nation wird schwer zu finden sein." In dieses Vakuum der indischen Geschichte drangen die europäischen Gelehrten über die letzten Jahrhunderte ein. Es ist äusserst interessant zu sehen, wie man mit dem umgegangen ist, was man vorgefunden hat. Im Jahre 1762 hat in Rom P. Georgi als erster westlicher Gelehrter diese Theorie vorgetragen. In seinem "Alphabetum Tibetanum" schrieb er, "Krishna" sei bloss "eine Verfälschung des Namens des Retters; die Urkunden decken sich wunderbar mit dem Namen, obschon sie von höchst sündhaften Betrügern gottlos und schlau besudelt wurden." Der extreme Fanatismus von Georgis Standpunkt wurde von anderen westlichen Gelehrten rasch zurückgewiesen. Selbst pro-christliche Forscher gaben zu, dass der Name Krishnas schon vor der Geburt Jesus existierte, aber trotzdem bewahrten sie die Idee, dass wegen christlicher Einflüsse die Beschreibungen des Lebens von Krishna und die Philosophie der Vaishnavas (Vishnuiten) eine grosse Umgestaltung erfuhren.
Dr. F. Lorinser übersetzte die Bhagavad-Gita und verglich sie auf skrupellose Weise mit dem Neuen Testament. Raychaudhuri schreibt, Lorinser habe die Schlussfolgerung gezogen, "dass der Autor dieses Hindu-Gedichts die Evangelien und christlichen Pastoren gekannt und benutzt habe". Raychaudhuri fährt fort, dass gemäss Lorinser, die Ähnlichkeiten "nicht einzeln und verborgen, sondern zahlreich und klar" währen. Lorinser hatte nicht den geringsten Zweifel, dass die Bhagavad-Gita zu einem grossen Teil dem neuen Testament entliehen sei. Auch andere westliche Gelehrte diskutierten über diese Ausleihtheorie. Wirkliche Beweise fehlten an allen Seiten und so debattierten sie über ihre unterschiedlichen Meinungen. Literarische Nachweise, die bewiesen hätten, dass das Vaishnavatum schon lange vor dem Christentum vorhanden war, gab es in Indien, aber dieser Nachweis wurde unter den Teppich gekehrt und ihm wurde nur wenig Glaube geschenkt, bis eine literarische Quelle aus dem Westen den Streitfall ein für allemal entschied. Die wichtigste und früheste nicht-indische literarische Aufzeichnung über das antike Indien, findet man im Buch "Indica", geschrieben von Megasthenes. Im dritten Jahrhundert vor Christus reiste Megasthenes nach Indien. Der König von Taxila hat ihn zum Botschafter am königlichen Hof von Pataliputra ernannt, beim grossen Vaishnava-Monarchen Chandragupta. Megasthenes hat zweifellos sehr ausführlich über alles was er hörte und sah geschrieben. Leider haben keine seiner originalen Aufzeichnungen die Zeit überlebt. Doch durch die frühen griechischen und römischen Megasthenes-Kommentatoren, wie Arrian, Diodorus und Strabo, sind Fragmente seiner originalen Aufzeichnungen bis in unsere Tage zugänglich geblieben, genauso wie Megasthenes generelle Botschaft. Christian Lassen (1800-1876), Altertumsforscher und Indologe, war der erste westliche Gelehrte, der Megasthenes in die Debatte über die Ausleihtheorie einbrachte. Er bemerkte, dass Megasthenes für Krishna das Pseudonym Herakles benutzte und dass "Herakles" oder Krishna in der Gegend, durch die der Fluss Yamuna fliesst, als Gott verehrt wird. [Anm.: Die Yamuna fliesst an der Stadt Mathura vorbei.] Richard von Garbe (1857-1927), ein geachteter Indologe, war mit der Analyse von Lassen einverstanden und nannte das Zeugnis Megasthenes unbestreitbar. Sehr bald änderten Gelehrte wie Alan Dahlquist, die früher die "Ausleihtheorie" unterstützten, ihre Meinung und anerkannten, in Dahlquists Worten, dass von Garbe "Webers Theorie ein für allemal zum explodieren brachte".
Da Krishna sogar in der vor-buddhistischen "Chandogya Upanishad" erwähnt wird, können wir daraus ableiten, dass Krishna deutlich vor Buddha (6. Jhd. v. Chr.) auf der Erde anwesend war. Die Schriften der Jains schieben Krishnas Leben nochmals deutlich weiter in die Vergangenheit, über das 9. Jhd v. Chr. hinaus. Vedische Texte, wie das "Bhagavatam" und das "Mahabharata", legen das Leben Krishnas über 5'000 Jahre zurück, also in eine Zeit, die deutlich mehr als 3'000 Jahre v. Chr. stattfand. Die Heliodorus-Säule
Wenden wir uns nun den ersten archäologischen Funden zu, welche Licht auf die Antike Krishnas werfen können. Eine der wichtigsten Entdeckungen wurde 1877 von General Sir Alexander Cunningham gemacht. Während einer archäologischen Besichtigung in Beshnagar, Zentralindien, bemerkte er eine dekorative Säule. Die Formgestaltung veranlasste ihn, die Säule fälschlicherweise der Gupta-Dynastie (300-550 n. Chr.) zuzuordnen. Cunningham hatte jedoch übersehen, dass unter einer dicken Schicht roter Farbe, die von Pilgern viele Jahrhunderte hindurch auf die Säule geschmiert worden war, eine eingemeisselte Inschrift verborgen war. Es gab damals ein Königreich von Taxila, dessen Herrschaft sich auch auf Gebiete in Nordwestindien erstreckte, die im Jahre 325 v. Chr. von Alexander dem Grossen erobert worden waren. Zur Zeit des Königs Antialkidas gehörte auch Afghanistan, Pakistan, und der Punjab zu seinem Hoheitsgebiet. Dieser König Antialkidas hatte seinen Botschafter Heliodorus zum Königshaus von Bhagabhadra nach Beshnagar in Mittelindien entsandt, und der errichtete dort im Jahre 113 v. Chr. diese Säule, die sich später als einer der wichtigsten archäologischen Funde des Subkontinents herausstellen sollte. Die folgenden Zeilen sind eine Wiedergabe dieser Schriftzüge mit ihrer Transliteration und einer Übersetzung des alten Brahmi-Textes, so wie er im "Journal of the Royal Asiatic Society" (London: JRAS, Pub., 1909, pp. 1053-54) abgedruckt worden war:
Devadevasa Va(sude)vasa Garudadhvajo ayam "Diese Garudasäule von Vasudeva (Vishnu), dem Gott der Götter, wurde von Heliodorus aufgestellt, einem Verehrer von Vishnu, dem Sohn von Dion, einem Bewohner von Taxila, der als griechischer Botschafter vom großen König Antialkidas hierher zum Hofe des Königs Kasiputra Bhagabhadra kam, dem Erretter, der im 14. Jahre seiner Königschaft sehr erfolgreich regiert." Während Megasthenes nur über Krishna und das Vaishnavatum geschrieben hatte, fand Heliodorus das Vaishnavatum so attraktiv, dass er es zu seiner eigenen spirituellen Entwicklung angenommen hatte.
Aus der öffentlichen Inschrift kann man klar entnehmen: Unseres Wissens war Heliodorus der erste Mensch des Westens, der zum Vaishnava wurde. Aber Gelehrte wie A.L. Basham und Thomas Hopkins sind der Meinung, dass Heliodorus nicht der einzige Grieche war, der sich zum Vaishnavatum bekannte. Thomas Hopkins, der Leiter der Abteilung für religiöse Studien am Franklin- und Marshall-College sagte: "Heliodorus war höchstwahrscheinlich nicht der einzige Ausländer, der ein Vaishnava wurde, obwohl er vielleicht der einzige war, der eine Säule errichtete; zumindest eine, die bis heute steht. Mit Sicherheit muss es viele andere gegeben haben." Die Säule zerstört auch eine andere falsche Vorstellung. Über Jahrhunderte hinweg waren viele Gelehrte der Meinung gewesen, dass die orthodoxen Hindus niemanden in ihre Reihen aufnahmen, der anderen Religionen oder Kulturen angehörte. Doch bereits viele Jahrhunderte, bevor die Mohammedaner grosse Teile Indiens besetzten, gab es offensichtlich keine Schwierigkeiten für Fremde, in das Vaishnava-Leben aufgenommen zu werden, wie das auch heute immer noch der Fall ist.
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