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Vegetarismus - die Ernährung mit der minimalsten Gewalt
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Laut dem Ökologen Dr. Georg Borgstrom produziert die Viehzucht in den USA zehnmal soviel Müll wie Wohnviertel und dreimal soviel wie die Industrie. (Lappe, die Öko-Diät, 1982). Diese Umweltzerstörung findet überall in den reichen Industrieländern statt, natürlich auch in Europa. Holländische Forscher von der Agrar-Universität Wageningen haben den Zusammenhang zwischen Gülle und Waldsterben untersucht. Sie stellten fest: verdunstende Gülle ist wesentlich mitschuldig am sauren Regen. In Holland geht ein Drittel des Waldsterbens aufs Konto der Massentierhaltung. Mit der Gülle verdunstet das darin befindliche Ammoniak. Mit dem Regen fällt es auf Blätter und Nadeln, wandelt sich in Säure um und schädigt so den Stoffwechsel und die Wurzeln (normalerweise reagiert Ammoniak basisch, doch in der Atmosphäre wandelt er sich durch Oxidation in Säure). Die Zellen werden nicht mehr richtig ernährt. Als Folge davon sterben die Bäume ab - je nach Art des Baumes, der eine schneller, der andere langsamer. Das Nitrat aus der Massentierhaltung und der Landwirtschaft ist jedoch auch schon ins Grundwasser eingesickert und von dort in unser Trinkwasser. Die Wasserwerke haben grosse Probleme, da sie die Richtwerte oft nicht mehr einhalten können. Nitrat wirkt sich vor allem auf Säuglinge sehr schädlich aus, bei Kleinkindern kann es die roten Blutkörperchen schädigen und es steht in dem Verdacht, bei Erwachsenen Krebs zu erzeugen. Richtwerte können oft nicht mehr eingehalten werden. Das Beispiel von Wyk auf Föhr, Kreis Nordfriesland ist niederschmetternd. Auf dieser idyllische Nordseeinsel gibt es keine Industrie, keine Abgase vergiften die Luft, kein Betrieb verschmutzt das Wasser. Dennoch nahm ein Kurgast eine Trinkwasserprobe und fand gesundheitsschädigende Nitratgehalte, die aus der Tierhaltung stammen. Es ist ein Irrtum zu glauben, Nitrat komme nur aus dem Kunstdünger, denn es ist auch in dem natürlichen Düngstoff (der Gülle) enthalten. Solange es noch solche Mengen an Vieh auf der Insel gibt, wird das Problem nicht gelöst werden können und das örtliche Wasserwerk wird immer wieder Gutscheine zum Bezug von Mineralwasser ausgeben müssen, damit Säuglinge nicht krank werden. Sogar das Mineralwasser ist schon betroffen, wie eine Analyse vieler Marken beweist. Laut Peter Meroth (Redaktion Natur) wurden über 200 Mineralwasser geprüft und tatsächlich fanden sich in einigen Marken so hohe Nitratwerte, dass sie die Grenzwerte für Trinkwasser überschritten. Also ist das Grundwasser, das man bis anhin unberührt glaubte, heute teilweise nitratbelastet. Auf lange Sicht sind gesundheitliche Folgen nicht auszuschliessen. Das Nitrat wandelt sich in Nitrit um, und das Nitrit kann zusammen mit Eiweissbestandteilen aus der Nahrung zu den krebsgefährlichen Nitrosaminen reagieren. Mit zunehmender Tiermenge legte man immer mehr Maisfelder an, da Mais grosse Mengen an Gülle verträgt. Diese Maisfelder dienten gleich zwei Zwecken: einerseits als "Gülleschlucker" und andererseits als Futter zur Aufzucht von Vieh. Die Folgen dieser Monokultur sind schlimm. Der Maisanbau fördert die Erosion, und so wird die fruchtbare Erde vom Regen leicht weggeschwemmt. Die Maisfelder werden zudem mit Unmengen von Unkrautvertilger gespritzt, der neben der Gülle zusätzlich ins Grundwasser sickert. * Quelle: Fleisch frisst Menschen, Dokumentarfilm, ARD 1987
Der Brasiliansicher Regenwald wird als die Lungen unseres Planeten bezeichnet. Konzerne, Banken und Versicherungsgesellschaften lassen ihn in grossem Massstab abholzen, denn die brasilianische Regierung gab grosse Steuervergünstigung für Arbeitsbeschaffungsprogramme im Urwald. Auch die Weltbank finanzierte mit. Zwar gibt es heute strengere Gesetze, aber an die hält sich kaum jemand. So wird erst abgesägt, dann abgebrannt. Pflanzen und Tiere, deren Namen wir noch nicht einmal kennen, sterben mit den Wäldern aus. Man macht sich oft auch gar nicht mehr die Mühe, die edlen Tropenhölzer abzutransportieren, um daraus Möbel herzustellen. Hier geht es vor allem darum, Weideflächen für Vieh zu schaffen, denn Brasilien weist einen der grössten Rinderbestände der Welt auf. So nimmt die Verwüstung ihren Lauf und die Schädlinge nehmen zu, besonders die Termiten. Wiederaufforstung ist kaum möglich, weil der fruchtbare Boden dazu viel zu dünn ist. In ein paar Jahren wird ihn der tropische Regen weggeschwemmt haben. Aus den umfassenden Brandrodungen steigt zudem Kohlendioxyd in die Atmossphäre auf und löst eine komplizierte Kettenreaktion aus, die mithilft das Weltklima zu verändern. Die Vernichtung des Regenwaldes wird für die ganze Menschheit Folgen haben. Doch wozu dient diese Zerstörung? Der grösste Teil des brasilianischen Fleisches wird exportiert, und zwar hauptsächlich in jene Länder, die ohnehin an Überschüssen leiden. Deshalb wird es vorwiegend als Hunde- und Katzenfutter, Knochenmehl und Fleischextrakt verwendet, während die Armen des Landes hungern! Im Osten Brasiliens gibt es riesige Sojafelder. Man kann sie als Schlachtfelder zwischen den Armen in der dritten Welt und den Reichen in den Industriestaaten betrachten. Doch die Armen haben bereits verloren, denn sie wurden bereits von dem Land vertrieben, auf dem nun Soja für das Vieh der reichen Staaten wächst. Während im fernen Europa Schweine, Rinder und Geflügel gemästet werden, begehen die Menschen hier Landflucht und enden in den Armutsvierteln der Grossstädte. So führt Fleischüberproduktion zu Armut. * Quelle: Fleisch frisst Menschen, Dokumentarfilm, ARD 1987
In den achtziger Jahren gab es in den USA manchmal pro Woche 2'000 Farmer, die ihren Beruf aufgeben mussten. Diese Entwicklung zeigt, dass der Intensivanbau seine Grenzen hat. Ein Kreislauf, der mit dem Kollaps endet: * Quelle: Fleisch frisst Menschen, Dokumentarfilm, ARD 1987
Die Weltweite Fleischproduktion, 1950-2002
Quelle: U.N. Food and Agriculture Organisation Der Landbedarf zur Produktion von 1 Kg:
Körner oder Keule Die ökologischen Folgen des Fleischkonsums (pdf) Deutsch / English In Deutschland kommen pro Jahr 40 Millionen Schweine ins Schlachthaus. Viele dieser Tiere verenden schon vor der Schlachtung an den grausamen Torturen der Tiertransporte und dem Stress. Die Tiere sind so gezüchtet, dass ein Schwein möglichst viel mageres Fleisch liefert. Das Herz solcher Schweine ist für diese Körpermasse zu klein. Auf deutschen Schlachthöfen kommen Jahr für Jahr 400'000 Schweine tot an - sie sind Rohmaterial für das Futter aus Tierkörpermehl. In gewissem Sinne ist es diesen Tieren sogar noch besser ergangen als vielen ihrer Artgenossen. Bilder und Dokumentarfilme beweisen die unermessliche Qual, der diese Tiere auf dem Transport ausgesetzt sind. Oft mit gebrochenen Knochen und halb verdurstet, werden sie zum Schlachthof geprügelt, gezerrt und mit Elektrostäben gehetzt. Zwar darf nach dem Tierschutzgesetz keinem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen zugefügt werden. Doch was ist ein vernünftiger Grund: Profit, Fauhlheit oder etwa Zeitdruck? Der Tierschutz bleibt auf der Strecke und nicht einmal das Argument, dass solche Behandlung die Fleischqualität verschlechtert, findet Gehör. Laut Betäubungsgesetz dürfen warmblütige Tiere nur betäubt getötet werden. Dies geschieht meist mittels Elektrozange. Eine solche Betäubung hält etwa 30 Sekunden an, und in dieser Zeit muss das Tier an den Hinterbeinen aufgehängt und abgestochen werden. Wie alle Schlachttiere sterben die Schweine durch Ausbluten. Jedoch - in der Akkordarbeit kommt es öfters vor, dass die Schweine nur schlecht betäubt sind oder gar nicht abgestochen werden, und dann erst im heissen Brühbad ertrinken. Zudem wird unter Zeitdruck immer wieder - und entgegen der Schlachtverordnung - den Schweinen unmittelbar nach dem Stich in den Hals, d.h. bei lebendigem Leibe, die Füsse abgeschnitten. Zwar haben in den letzten Jahren etliche Betriebe versucht, den Schlachtablauf tierschutzgerechter ablaufen zu lassen. Doch dies sind nur wenige Ausnahmen. Das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die oben geschilderten Zustände als die Realität auf deutschen Schlachthöfen beurteilt. Genausowenig Schutz wie die Schweine, finden auch die Rinder. Jedes Jahr werden 5 Millionen Rinder in deutsche Schlachthöfe getrieben. Auch hier ein Bild des Grauens: abgebrochene, blutende Hörner - gebrochene Beine oder Hüften - Schläge auf Augen und andere empfindliche Stellen - vor Durst und Angst halb wahnsinnige Tiere. Auch hier werden Rinder allzuoft falsch betäubt, da der Bolzenschuss genau angesetzt werden muss. So wird immer wieder drei oder viermal in den Kopf eines Rindes geschossen, bis das Tier endlich betäubt ist - eine grausame Qual. Auch die Hühner finden kein Erbarmen. Nach 15 Monaten als Eierlieferant, sind die Hühner verbraucht und kommen ins Schlachthaus. Etwa 300 Millionen Geflügeltiere werden jedes Jahr geschlachtet. Eine genaue Zahl gibt es nicht, denn berechnet wird nur das Schlachtgewicht und nicht die Anzahl der Tiere. Die Hühner werden im Schlachthaus keineswegs schonender behandelt, als die sogenannten Grosstiere. Auch hier wird im Akkord getötet. Hühner werden lebend ans Fliessband gehängt - zumindest diejenigen, die den Transport überlebt haben. Das Fliessband bewegt sich auf ein Wasserbad zu, in dem die Tiere betäubt werden sollen. Das Wasserbad steht unter Strom und wenn die Tiere den Kopf eintauchen, sollten sie betäubt werden. Doch manches Tier ist noch wach, wenn es aus dem Bad kommt. Besonders den kleinen oder ausdauernden Tiere gelingt es oft, den Kopf aus dem Wasserbad zu halten. In einem kleinen Betrieb schneidet ein Arbeiter etwa 1'000 Kehlen pro Stunde durch - manchen Tieren bei vollem Bewusstsein. Wenn der Schlächter ein Tier übersieht, gerät es lebendig ins Brühbad und die nachfolgende Maschinerie. In moderneren Schlachbetrieben wird das Aufschneiden der Tierkehlen von einem elektrischen Messer besorgt. Immer mehr Tiere werden immer schneller geschlachtet. Tiere werden immer mehr zur Ware. Nirgends wird das wohl so deutlich, wie in der Geflügelschlachtung, wo 50'000 Hühner und mehr an einem Tag in nur einem Betrieb sterben müssen. Schon als Kücken nennt man diese Hähnchen in der Fachsprache "Endprodukt-Kücken". * Quelle: Tiere als Ware, im Buchhandel erhältlich Die Ehrfurcht vor dem Leben stirbt mit den Schlachttieren Angesichts der vorstehenden Ausführungen liegt die ethische Richtlinie eigentlich auf der Hand. Aber speziell in unserem christlich geprägten Abendland, verhindert blinder Dogmatismus den menschenwürdigen Umgang mit Tieren. Wer jedoch seine Augen nicht verschliesst, wird im christlichen Ursprung den festverankerten Grundsatz zu einer fleischlosen Ernährung finden. Der älteste Kirchenschriftsteller Tertullian teilte um das Jahr 200 die Christen in zwei Gruppen: die wahren Christen, die sich des Fleisches enthalten, und die “Leiber ohne Seelen”, welche Fleisch essen. In seinen Schriften behandelt er im urchristlichen Sinne praktische Fragen des Gemeindelebens. Diese Tradition des Urchristentums wird fortgeführt in Berichten und Lehren der grossen Kirchenväter und Kirchenschriftsteller. Stellvertretend für sie alle, ein Zitat des heiligen Hieronymus (347 - 419), dem kenntnisreichsten und fruchtbarsten aller lateinischen Kirchenväter:
Doch trotz all dieser Erkenntnisse steigt der Fleischkonsum an. “Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht.” George Bernard Shaw Besondere Informationsempfehlungen - Leichenschmaus - Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung, Helmut F. Kaplan - Vegetarisch leben, Die Notwendigkeit fleischloser Ernährung, ISBN 3-906347-07-9 - Die Vegetarische Alternative, ISBN 3929475332 - Achtung! Lebende Tiere!, Reportage mit Volker Arzt, ZDF - Fleisch frisst Menschen, Reportage, ARD - 24 Stunden, Das lange Leiden vor der Schlachtbank, Reportage, SAT I - Tod am Fliessband, Dokumentarfilm von Manfred Karremann, ZDF - Die Fleischmafia: Kriminelle Geschäfte mit Fleisch und Menschen, das Geschäft mit Gammelfleisch - Käsesorten ohne tierisches Lab - Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus - http://www.meat.org - Die Fleischindustrie möchte auf keinen Fall, dass du dies siehst! - Schockierende Untersuchung auf einer Pelzfarm Nicht für Kinder geeignet!
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