Die Bhaktas aus Navadvipa in Puri
Advaitas Kirtana
(Caitanya-bhagavata III,9)
Eines Tages sagt Advaita, trunken im Ananda des Prema, zu den Bhaktas: "Hört zu, laßt uns heute mit voller Kehle Caitanyas Kirtana tun. Heute wollen wir keinen anderen Avatara besingen, nur Ihn, der aus allen Avataras besteht, nämlich Caitanya Gosvami! Den Prabhu, der die ganze Welt errettet, der um unsertwillen Avatara wurde. Der den ganzen Reichtum des Sankirtana bekannt gemacht hat. Ich werde tanzen und ihr singt den Ruhm Caitanyas!" Von Prema überwältigt, tanzt der "Löwe" Advaita und ihn auf allen Seiten umgebend, singen alle das Heil, das von Caitanya kommt.
Einige singen: "Er siegt, Er siegt, der Sacinandana!" Andere: "Er siegt, Er siegt, Gauracandra Narayana!" "Er siegt, der Gopala, der das Sankirtana liebt!" "Er siegt, der die Bhaktas liebt und die Zeit der Lästerer beendet!"
Als Caitanya die herrliche Melodie des Kirtana hört, kommt Er herbei. Als sie Ihn sehen, steigert sich ihre ekstatische Freude noch mehr. In heller Freude tanzt Advaita. In Ananda fürchten sie Mahaprabhu nicht im Geringsten. In Seiner unmittelbaren Gegenwart besingen sie Seine Herrlichkeit.
Er ist in Seinem Spiel ununterbrochen im Bewußtsein eines Bhakta und sagt nur: "Ich bin ein Diener Krsnas." Niemand hat die Kraft, Ihn als Gott, den Herrn, zu betrachten. Doch mit Advaitas Kraft besingen sie Ihn alle furchtlos, den Caitanya Sri Hari.
Einen Augenblick nur hört Mahaprabhu Seinen eigenen Preis und schon eilt Er in Scham davon. Bhagavan als unterweisender Guru, geht in Sein Haus zurück, um sie alle zu belehren. Caitanya Prabhu hatte Sein eigenes Preislied gehört und um allen Furcht einzuflößen, hatte Er Sich niedergelegt.
Der edle Govinda teilt Ihm mit: "Alle Bhaktas sind an Deine Türe gekommen." Govinda bekam den Auftrag, sie alle hereinzubringen. Doch Er liegt und schaut niemanden an. Alle Bhaktas waren voller Furcht und dachten an die Lotosse Seiner Füße. Nach einer Weile erhob Er Sich und sagte: "O ihr Vaisnavas! Wen habt ihr da heute zum Avatara werden lassen! (Was habt ihr erfunden!) Ihr habt Krsnas Namen und Krsnas Kirtana beiseite gelassen. Erklärt Mir, was ihr euch heute zurecht gesungen habt!"
(Caitanya Mahaprabhu gibt somit deutlich zu verstehen, daß sich der Kali-yuga-Avatara nicht öffentlich als Gott zu erkennen gibt. Im Gegensatz zu den vielen "Pseudo-Avataras", die es lieben, als Gott verehrt zu werden.)
Der große Redner Srivasa sagt: "Gosvami, ein Jiva (eine Seele) hat überhaupt keine unabhängige Kraft. Was ihn Isvara tun macht oder sagen macht, das tut der Jiva." Mahaprabhu sagt: "Du und ihr alle seid große Gelehrte. Er (Gott) verheimlicht Sich und ihr macht Ihn bekannt." Da verdeckt Srivasa mit der Hand die Sonne und lacht in sich hinein. Mahaprabhu fragt: "Was machst du da für geheimnisvolle Zeichen? Erkläre selbst die Bedeutung."
Srivasa sagt: "Mit der Hand verdecke ich die Sonne und Dich habe ich bekannt gemacht; das sage ich. So wie die Hand die Sonne nicht verdecken kann, so vermagst Du Dich nicht zu verbergen. Wenn auch die Sonne noch irgendwie verdeckt werden kann, Du Selbst kannst Dich keineswegs verbergen. Wer Sich im Milchozean nicht verborgen halten konnte, wie will der Sich unter den Leuten verborgen halten? Denn vom Himalaya bis zum Setubandha (Südspitze Indiens) ist die Erde voll von Deinem lauteren Ruhm. Von (der Welt) Brahmas angefangen ist alles bereits erfüllt von Deinem göttlichen Ruhm. Wie viele Leute willst Du also dafür bestrafen, daß Du bekannt bist?"
Gott, der Herr ist immerdar bestrebt, daß Sein Bhakta über Ihn den Sieg davon trägt. So geschah es, daß ganz plötzlich ein großer Strom von Menschen, die Jagannatha (im Tempel) geschaut hatten, herbeikam, um Caitanya zu sehen; es waren Leute aus Tripura, Catigrama, Srihatta, Banga. Alle tun Kirtana und besingen Sri Caitanya, den Avatara.
"Er siegt, Er siegt, Sri Krsna-Caitanya, der den Waldblumenkranz trägt. Er siegt, Er siegt, der begierig ist nach dem Rasa Seines eigenen Bhakta. Er siegt, Er siegt, der Spieler von Vaikuntha in menschenähnlicher Gestalt. Er siegt, Er siegt, der Aufrechterhalter aller Welten. Er siegt, Er siegt, Sri Krsna-Caitanya, der Sohn der Saci!"
Da sagt Srivasa: "Prabhu, was willst Du nun tun? Die ganze Welt singt. Wo willst Du Dich verbergen? Wie soll ich alle diese Leute belehren? So, o Prabhu, singt doch der ganze Samsara. Obgleich Du unsichtbar und unerkennbar bist, o Herr, bist Du aus Erbarmen zu den Jivas unmittelbar sichtbar geworden. Du verbirgst Dich Selbst, Du offenbarst Dich Selbst. Derjenige, den Du mit Deiner Gnade ergreifst, der weiß, wer Du bist."
Verabschiedung der Bhaktas
(Caitanya-caritamrta II,15)
Mahaprabhu rief alle Bhaktas und verabschiedete sie, ehe sie nach Gauda (Bengalen) zurückgingen. Zu allen sagte Er: "Kommt jedes Jahr, um mit Mir zusammenzutreffen." Zu Advaita sagte Er mit Respekt: "Schenke allen Krsna-Bhakti, auch den Wilden." Nityananda gab Er die Anweisung: "Geh nach Gauda und offenbare uneingeschränkte Premabhakti!" Mahaprabhu umarmte Srivasa, fiel ihm um den Hals und sagte zu ihm mit zarten Worten: "Ich werde immer in deinem Hause zu deinem Kirtana tanzen. Du wirst es sehen, aber niemand sonst. Gib der Mutter dieses Tuch (das Caitanya von Jagannatha erhalten hatte) und gib allen dieses Prasada (die Speise). Falle ihr zu Füßen und bitte sie um Verzeihung für Mein Vergehen! Daß Ich es aufgab, ihr zu dienen, um ein Sannyasi zu werden, das ist nicht Dharma; Ich habe damit Meinen eigenen Dharma zerstört. Ich bin unter dem Einfluß ihrer Prema. Ihr zu dienen, ist Mein Dharma. Daß Ich dieses Dienen aufgegeben habe, ist das Tun eines Irren. Doch die Mutter sieht das Tun eines irren Knaben nicht als Fehler an. Die Mutter weiß es und wird damit zufrieden sein. Auch wenn Ich in Puri bin, werde Ich von Zeit zu Zeit kommen, um ihre Füße zu sehen. Ich gehe dauernd dorthin und sie sieht Mich zu ihren Füßen, aber sie hält es für ein Aufleuchten (sphurti) und nicht für ein tatsächliches Kommen.
(Sphurti: etwas, was immerdar und überall ist, aber unsichtbar, leuchtet für ganz kurze Zeit auf. Avirbhava: tatsächliches Sichtbarwerden für längere Zeit.)
Nachdem sie geopfert hatte, nahm sie die Opferspeise (prasada) in ihre Hände und weinte: 'Alle diese Gerichte sind meinem Nimai so lieb. Nimai ist nicht zu Hause. Wer soll das alles essen?' Während sie Meiner gedachte, füllten sich ihre Augen mit Tränen. Ich ging schnell hin und aß alles auf. Dann sah sie den leeren Teller und wischte sich ihre Tränen ab. 'Wer hat das alles aufgegessen? Warum ist der Teller leer? Hat der Knabe Gopala (Krsna) alles gegessen? Oder ist mein Denken verwirrt? Oder ist ein Tier gekommen und hat alles weggefressen? Oder habe ich in Verwirrung überhaupt nichts auf den Teller getan?' Nachdenklich schaute sie auf den Kochtopf. Sie sah die Kochtöpfe voller Speisen, fing an zu zweifeln und wurde mit Erstaunen erfüllt. Durch Isana (den Diener) ließ sie den Platz von neuem säubern und belegen und brachte dem Gopala von neuem Speisen dar. Wann immer sie sehr gute Dinge kocht, wird sie mit Sehnsucht erfüllt, Mich zu speisen, und weint. Ihre Prema bringt Mich herbei und sie speist Mich. Im Inneren erlebt sie Freude, aber was außerhalb geschieht, weiß sie nicht. Auch beim letzten Siegesfest Ramas (vijaya-dasami) geschah es auf diese Weise. Frage sie und verursache, daß sie die rechte Wahrnehmung hat."
Während Er so sprach, verlor Mahaprabhu die Selbstbeherrschung. Dann faßte Er Sich, um die anderen zu verabschieden.
Mit Respekt sagte Er zu Sivananda Sena: "Du mußt die finanziellen Sorgen für Vasudeva Datta tragen. Er ist sehr freigebig, und was er am Tage an Einnahmen hat, gibt er am selben Tage aus, und es bleibt am Schluß nichts übrig. Er ist ein Hausvater und muß Ersparnisse zurücklegen, denn ohne das kann man die Familie nicht ernähren. Alles, was in seinem Haus eingenommen und ausgegeben wird, mußt du verwalten. Als Verwalter mußt du seine finanziellen Angelegenheiten regeln. Komme jedes Jahr und bringe alle Bhaktas mit."
Mahaprabhu umarmt Murari Gupta und spricht zu den Bhaktas von dessen festgegründeter Bhakti. "Früher habe Ich ihn wiederholt in Versuchung führen wollen und gesagt: 'O Gupta, der Sohn Nandas (Krsna) ist höchste göttliche Lieblichkeit. Er ist der in Sich Selbst gegründete Bhagavan, Urgestalt aller Avataras, Urgrund von allem und höchste Fülle aller Rasas der Prema. Er ist geschickt in allen Künsten, Er läßt Sich in allen Schwierigkeiten nicht von Seinem Ziel abbringen. Er ist der Gipfel aller Rasas, Ozean aller herrlichen Eigenschaften. Krsnas Wandel ist lieblich; lieblich ist Sein Spiel. Mit höchstem Geschick tut Er Seine Rasa-lila. Verehre du diesen Krsna, richte dich auf Krsna aus! Außer der Verehrung Krsnas gefällt Mir keine andere Verehrung!'
Er hörte solche Worte wiederholt, und aus Achtung zu Mir änderte sich sein Sinn ein wenig. Er sagte zu Mir: 'Ich bin Dein Diener, ich führe Deine Befehle aus, ich bin nicht unabhängig'.
Dann ging er nach Hause, dachte die Nacht darüber nach. Beim Gedanken daran, daß er Raghunatha (Sri Rama) im Stich lassen sollte, geriet er ganz außer sich. 'Wie soll ich die Füße Raghunathas aufgeben? Laß mich, o Rama, noch heute Nacht sterben!' So weinte er die ganze Nacht hindurch und konnte sich nicht beruhigen. Die ganze Nacht wachte er. Am frühen Morgen kam er zu Mir, erfaßte Meine Füße und weinend bat er Mich: 'Ich habe meinen Kopf an die Füße Raghunathas verkauft und vermag meinen Kopf nicht wegzuziehen. Das quält mich. Ich vermag die Lotosse der Füße Sri Raghunathas nicht im Stich zu lassen. Andererseits verletze ich Deine Anweisung. Was ist da zu tun? O Du von barmherziger Liebe Erfüllter, habe Gnade zu mir und laß mich hier vor Dir sterben! Möge der Zweifel sich lösen!'
Als Ich das hörte, freute Ich Mich sehr. Ich hob ihn auf und umarmte ihn. 'Herrlich, herrlich, Gupta, ist dein so unverbrüchliches Verehren, so daß dein Geist durch Meine Worte sich nicht irre machen ließ. Eine solche Liebe (priti) des Dieners zu den Füßen des Herrn ist nötig. Auch wenn Er, der Herr, einen loswerden will, kann man Seine Füße nicht aufgeben. Um zu erkennen, wie festgegründet deine Liebe ist, habe Ich wiederholt mit Nachdruck zu dir gesprochen. Du bist Hanuman selbst, der Diener Sri Ramas. Wie solltest du wohl die Lotosse Seiner Füße aufgeben. Diesen Murari Gupta achte Ich Meinem eigenen Leben gleich. Wenn Ich höre, wie er sich selbst abwertet, zerreißt es Mir das Herz."
Dann umarmte Mahaprabhu Vasudeva Datta, (den Bruder Mukundas) und pries dessen gute Eigenschaften. Als er hörte, wie er gelobt wurde, schämte sich Vasudeva Datta, erfaßte flehentlich Gaurangas Lotosfüße und bat inständig: "O Prabhu, Du wurdest Avatara zur Erlösung der Welt, bitte, erfülle und bestätige mein Gebet! Du vermagst es, Du bist der gnadenreiche Prabhu, wenn Du es willst, kann es leicht geschehen. Das Leid der Jivas (der verkörperten Seelen) zerreißt mein Herz. Gib mir, o Herr, die Sünde aller Jivas, ich will sie auf meinem Haupte tragen. Laß mich deren Sünde nehmen und in der Hölle leiden, und nimm, o Herr, die Krankheit, die zum Dasein in der Wandelwelt führt, (die Krankheit der Gottabgewandtheit, die die Ursache des Wiedergeboren-Werden-Müssens ist) hinweg, an der alle Jivas leiden."
Als Mahaprabhu das hörte, wurde Sein Herz ganz weich; Er weinte, zitterte und sagte mit gebrochener Stimme: "Was du begehrst, ist keineswegs erstaunlich, denn du bist ja Prahlada; Krsna ist voll und ganz gnadevoll zufrieden mit dir."
(Der Knabe Prahlada, ein Bhakta aus Asurageschlecht, hatte um Erlösung nicht bloß für sich, sondern für alle Wesen gebeten. Vasudeva Datta will noch mehr, die Sünden der Welt auf sich nehmen und in der Hölle leiden, damit die Wesen erlöst werden. - Erlösung bedeutet hier, alle Probleme in Gottzugewandtheit lösen zu können, keineswegs ein Leben ohne materielle Not und ohne Spannung und Probleme. - Nicht einmal ein Bhakta wie Vasudeva Datta muß stellvertretend leiden, um Erlösung zu erwirken, sein bloßer Wunsch wird von Gott sofort erfüllt. Daß etwa Gott Selbst stellvertretend leiden müßte, steht ganz außerhalb der Erörterung.)
"Krsna erfüllt das, was Sein Bhakta-Diener begehrt; Seine einzige Pflicht ist, das zu tun, was der (reine) Diener begehrt. Du begehrst Erlösung der Jivas im Weltall. Ohne die Folgen ihrer Sünde erleiden zu müssen, werden sie alle erlöst werden. Krsna ist allmächtig, nichts ist Ihm unmöglich - warum solltest du die Folgen der Sünden erleiden? Diejenigen, deren Heil du erflehst, werden zu Vaisnavas; und alle Sünden der Vaisnavas nimmt Krsna Selbst hinweg." (Das bedeutet: der bloße Wunsch des Bhakta Vasudeva verursachte, daß alle Wesen seiner Zeit zu Bhaktas wurden und dadurch Erlösung fanden. - Ein solcher Vorgang von kosmischer Größe wird vom Paramatma, dem inneren Lenker aller Dinge, so gesteuert, daß selbst eine solch große Sache, der Sicht einer noch nicht befreiten Seele verborgen bleibt.)
Denn es heißt doch in der Brahma-Samhita:
"Er trägt Sorge dafür, daß jedes Lebewesen - sei es das kleinste Insekt oder der Himmelsfürst Indra - die Folgen seiner eigenen Taten selbst genießt (und erleidet), doch vernichtet Er restlos die Folgen der Taten derer, die Bhakti zu Ihm haben. Ihn, diesen Govinda, die urerste göttliche Person, verehre ich liebend."
(Vasudeva gebraucht das Wort "Sünde" [papa] ganz allgemein für jedes Tun, das nicht Bhakti ist und das eben karmische Folgen hat, die im endlosen Kreislauf der Geburten und Tode in der Wandelwelt erlitten werden müssen.)
"Dein bloßer Wunsch bewirkt, daß das ganze Weltall frei wird. Es kostet Krsna gar keine Mühe, allen Befreiung (mukti) zu geben. Ein einziger Udumbara-Baum hat Millionen von Früchten - und Millionen von Universen schwimmen im Ozean aller Ursachen (viraja). Wenn davon eine Frucht verloren geht, so verliert der Baum nichts. So ist es ein ganz unspürbarer Verlust für Krsna, wenn ein Universum (der Maya) frei wird (und entschwindet).
Krsnas (ewige) Reiche wie Vaikuntha usw. sind durch unendliche Gottesmajestät ausgezeichnet; außerhalb dieser Reiche liegt wie ein Graben, der sie umgibt, der Ozean aller Ursachen. Die Maya mit unendlich vielen Universen schwimmt gleichsam darin, wie in einem großen Behälter mit Senfkörnern. Wenn ein Senfkorn verloren geht, bedeutet es gar keinen Verlust, und selbst wenn alle Universen frei von Maya würden (und entschwänden), auch dann bedeutete es Krsna gar nichts. Wenn dem Eigentümer von Millionen von wunscherfüllenden Kühen eine Ziege stirbt, was bedeutet ihm das? Was bedeutet die Maya dem Krsna, dem Herrn der sechsfachen Gottesmajestät? So wie es im Bhagavatam heißt: (Dort preisen die Srutis, die ewigen Urgestalten der heiligen Offenbarungsurkunden, Bhagavan.)
'Mache Deine Größe offenbar, mache Deine Größe offenbar, o Du (von Maya) Unbesiegter! Vernichte die Maya (die Unwissenheit) von denen, die in beweglichen und unbeweglichen Körpern wohnen! Denn diese Maya hat die Gunas verwendet, um Dich zu verneinen. Du vermagst es, denn Du besitzt in vollkommener Weise alle Gottesmacht. Du bist der Erwecker aller Kräfte. Du Selbst hast alle Kraft. Wir, die Srutis folgen Dir nach, (wir beschreiben Dich) wenn Du (ewiglich in Deiner inneren Lila) mit Dir und durch Dich Selbst spielst - während Du manchmal auch (in Deiner äußeren Lila bei der Schöpfung, Erhaltung und Auflösung der Welten) mit Hilfe der Maya spielst.'" (Bha X,87.14)
So pries Mahaprabhu die guten Eigenschaften aller Bhaktas und verabschiedete sie. Sie weinten im Trennungsschmerz.
Gadadhara Pandit blieb bei Mahaprabhu. Er gab ihm Wohnung im Gopinatha-Tempel beim Yamesvara. Auch Puri Gosvami, Jagadananda, Svarupa Damodara, Damodara Pandit, Govinda und Kasisa blieben bei Mahaprabhu.
(Caitanya ließ seinen Jugendfreund Gadadhara das Gelübde ablegen, täglich im Tempel Krsna Gopinathas [des Herrn der Gopis] der Bildgestalt des Herrn zu dienen. Dieser Tempel, der viel weniger besucht wird als der weltberühmte Jagannatha-Tempel, steht in einer ländlichen Gegend zwischen Bäumen im Umkreis von Puri. Die drei Bildgestalten darin sind wohl erhalten. Der jugendliche Krsna, der die Flöte spielt, sitzt mit gekreuzten Beinen zwischen Radha und Lalita. - Im Sinn des Caitanya-bhagavata II,18 und anderer Texte der Caitanya-Bewegung tat dort Gadadhara im Bewußtsein Radhas täglich den Dienst vor der Bildgestalt Krsnas.)
Hiermit möchte ich die Beschreibung der Lilas Sri Krsna-Caitanyas beenden. Wie alle Schriften übereinstimmend sagen, sind Seine Spiele ohne Anfang und ohne Ende. Was die Schriften aufzeigen ist nur ein Tropfen aus dem unbegrenzten Ozean Seiner Spiele.
"Die Spiele Sri Caitanya Mahaprabhus sind unbegrenzt. Wie ausführlich kann ein kleines Lebewesen diese transzendentalen Spiele schildern? Wenn Sesanaga Ananta (eine Form Gottes) persönlich die Spiele Sri Caitanyas in kurze Verse fassen würde, wäre es Ihm nicht einmal mit Seinen Tausenden von Mündern möglich, ihr Ende zu finden. Gottgeweihte wie Svarupa Damodara und Murari Gupta haben alle Hauptspiele Sri Caitanyas nach reiflicher Überlegung in Form von Notizen aufgezeichnet. Diese Notizen bilden die Grundlage dieses Buches. Indem ich mich an diese Aufzeichnungen halte, beschreibe ich die Spiele des Herrn."
Cc I,13.44-47
Wer mehr über Sri Mahaprabhu erfahren möchte, kann das Caitanya-caritamrta, welches in deutscher Sprache erhältlich ist, lesen. Das Caitanya-bhagavata liegt in Englisch vor und kann bei http://www.blservices.com bestellt werden (zu empfehlen ist die 7-bändige Ausgabe mit Erläuterungen von Srila Bhaktisiddhanta Saraswati Thakura).
Inhaltsverzeichnis
Sanskrit-Worterklärung
Fortsetzung
www.bhakti-yoga.ch
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